Cranio-Jahrestagung 2018 - mit großer Resonanz

Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich unter dem Motto „Schatten und Licht“ vom 12.-14.10.2018 insgesamt 72 TeilnehmerInnen im Benessere Hotel Rhön Residence bei Fulda. Das sonnige Wetter und die herrliche herbstliche Landschaft der Rhön luden zum Spaziergang in den Pausen ein und sorgten für einen stimmigen Rahmen der Tagung.


Wieder gab es vielschichtige Möglichkeiten in die Cranio-Welt einzutauchen und sich inspirieren zu lassen. Neben interessanten Vorträgen und Raum für Mediation gab es vor allem viel Gelegenheit sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.

Bereits vor dem eigentlichen Tagungsbeginn trafen sich die Vorstandsfrauen mit 15 Lehrer/Innen und SchulenvertreterInnen zum Austausch in harmonischer Runde.

Petra Sandmann freute sich die 72 TeilnehmerInnen mit einer Begrüßungsmappe zu empfangen und herzlich willkommen zu heißen.

 

Die 1. Vorsitzende Gudrun Berk startete die Tagung mit einem Willkommensgruß und übergab das Wort an Uwe Baumann, der seinen Workshop mit einer einstimmenden Atem-Meditation durch die 4 Zonen begann.
Ausgehend vom 4-Zonen-Modell nach Dr. Jealous , das den Menschen aus der Sicht der embryologischen Entwicklung betrachtet und in Zone A-B-C-D einteilt mit dem Zentrum als Ausgangspunkt, stellte er die Frage, wo denn das lichtvolle und v.a. die Schattenaspekte von uns verborgen sind.

 

Das Zonenmodell könne hierbei eine wichtige Orientierung bieten, Ressourcen aber auch die Schatten zu entdecken und besser kennenzulernen. Nachdem er uns die einzelnen Zonen vorstellte, wurde im Brainstorming nach möglichen Zuordnungen von Schatten- und Lichtaspekten gesucht, wie z.B. in Zone A genußvolle Nahrungsaufnahme als Lichtaspekt und zugleich die Sucht als Schattenaspekt oder die Zone C mit räumlicher Atmosphäre vs Reizüberflutung uvm.


Alles in allem haben wir als TherapeutInnen eine weitere Möglichkeit kennengelernt, die eigenen Bewertungen besser loszulassen, indem wir mit dem Modell unsere Schatten klarer erkennen und damit uns und unser Gegenüber besser wahrnehmen können.

 

Die Forschungswelle nimmt Fahrt auf - 500 Fallbögen für Heidemarie: Nach einem gemeinsamen Abendessen führte uns Heidemarie Haller in charmanter Weise in die trockene Materie der Forschung ein. (Den Vortrag findest du im internen Mitgliederbereich.)

Sie erläuterte Studiendesigns im Allgemeinen und klärte uns auf, was eine „gute“ Studie ausmacht. Sie berichtet u.a. von Forschungsergebnissen zur Berührungsempfindlichkeit und zum Temperaturempfinden. Z.B. hat man herausgefunden, dass es spezielle Rezeptoren gibt, die auf sehr sanfte Berührung reagieren, die der Körpertemperatur der menschlichen Hand entsprechen.

 

Weiter berichtete sie über neue zukünftige Cranio-Studien, die im laufenden Jahr entwickelt wurden. Das Studiendesign zur craniosacralen Selbsthilfe ist schon weiter fortgeschritten und kann voraussichtlich im kommenden Jahr in die nächste Phase der Umsetzung übergehen.

Eine weitere Studie ist angedacht als Gegenüberstellung einer klassischen manuellen Behandlung von z.B. chron. Rückenschmerzen mit dem Fokus Mobilisierung und Bewegung und der von Craniosacraltherapeuten mit dem Fokus auf Berührung.

Die Cranio-Fallstudie wird noch ein weiteres Jahr verlängert, inzwischen sind ca. 170 Fallbögen zusammengetragen worden. Begeistert forderte eine Teilnehmerin die Anwesenden auf, in der kommenden Woche je 3 Bögen auszufüllen und schon wären die gewünschten 500 Fälle bei Heidemarie zur Auswertung. Recht hat sie. Die Forschungsbögen zur Teilnahme findest du hier. Viele der TeilnehmerInnen erklärten sich bereit, bei den Studien mitzuwirken.

Am Samstagvormittag begann, nach dem morgentlichen Meridian-Stretching bei Ramraj Löwe, oder einem ausgiebigen Morgenspaziergang die CSVD-Mitgliederversammlung, durch die uns die Versammlungsleiterinnen Anna Rademacher und Ursula Waldmüller gekonnt mit einem strengen Auge auf die Uhr durchführten.

Die aktuelle Projektliste (mit Status Okt 2018 im Mitgliederbereich zu finden) ermöglichte jeder/m Teilnehmer/in nachzuvollziehen, was im vergangenen Jahr gelaufen ist und was noch sein könnte. Bei einigen Themen ist auch die Unterstützung der Mitglieder gefragt. Die Vorsitzende berichtete über Treffen und Erfolge der Arbeit des vergangenen Jahres, u.a. dem neuen Babyflyer, Cranio-Artikel, dem Kurskalender auf der Homepage, die Umsetzungen bei der Datenschutzverordnung, dem Treffen der europäischen Verbände in St. Petersburg in 2018 (wir berichteten) die neuen Forschungsprojekte u.vm.

Die Beiräte für Kostenträger Cornelia Seifert und Michael Drechsler stellten ihre Aktivitäten und sehr positivem Ergebnisse mit den Krankenkassen vor. Die aktuelle Liste der Krankenkassen wird in den internen Mitgliederbereich gestellt.

Die Zahlen des vergangenen Jahres sowie der Haushaltsplan für 2018/2019 wurde von Schatzmeisterin Susanne Sußner im Detail vorgetragen und erläutert. Dem Vorschlag der Kassenprüferinnen Adelheit Küppers und in Vertretung Marie Wortberg zur Entlastung des Vorstandes wurde einstimmig zugestimmt.

Ellen Grösser tritt als Beirätin für europäische Vernetzung zurück, dafür wurde Eva Ross aus Heidelberg ins Team gewählt. Ebenso neu gewählt wurde Annette Gralke aus Düsseldorf zur Beirätin für Medien.

Pünktlich und mit viel Applaus konnte die umfassend und gut vorbereitete MV geschlossen werden.

 

Am Nachmittag konnten wir mit Ramraj Löwe Gleichgewichtszustände erforschen. Mit leichter Hand ließ er uns in einem kleinen Behandlungsaustausch ausloten, mit wieviel Wahrnehmung wir bei uns und mit wieviel wir beim Klienten sind, damit sich ein heilender Raum öffnet.

 

Er ließ uns das Wahrnehmungsfeld so weit entwickeln, dass es beide Pole von verschiedenen Gegensatzpaaren einschließt und nichts ausgeschlossen wird. Wichtig war, die Präsenz zu modulieren und auf Gegensätze zu achten, die sich zueinander in einem neuen Gleichgewicht ordnen.

Durch das Anerkennen dessen, was ist, konnte die Balance zwischen Schatten und Licht neu ausgelotet werden und Heilung geschehen.

Eine ausführliche Beschreibung zu dem Thema findet Ihr hier.

 

 

Turbulent wurde es am späteren Nachmittag, als Annette Gralke nach einstimmenden Übungen zur Begegnung mit dem Internet, die TeilnehmerInnen einlud, von Worten getragene Bewegungen auszuführen, die mit Cranio in Verbindung stehen.

Aus dem Bereich „Poetic Contact“ inspiriert, wurden einige Zeilen von Hans Makarand Rendler‘s Gedicht über Cranio von ihm vorgetragen und daraus in Craniosacrale Bewegungs- und Sprechimpulse von der Gruppe umgesetzt. Einen Zusammenschnitt verschiedener Film-Sequenzen werden wir demnächst im internen Mitgliederbereich zeigen.

Das Ganze sollte eine spielerische Annäherung sein, Cranio zum Ausdruck zu bringen und ein Weg sich gegenüber Medien zu öffnen. Viele fanden diesen Workshop sehr interessant und spielten lebhaft mit, andere zogen sich lieber zurück und genossen einen sonnigen Spätnachmittag.

Insgesamt war diese Erfahrung ein Ausdruck des noch nicht genau Wissens: Wie können oder sollten wir als Cranio-Therapeutinnen in die Öffentlichkeit treten, wie zeigen wir uns im Lichte der Medien? Welche Berührungsängste zeigen sich? Alles spannende Fragen, die uns noch in der Zukunft sehr beschäftigen werden. Es war wichtig diesen Anfang zu machen.

 

Unterhaltsam und anregend erklärten uns am Abend Katharina und Tobias Bähner, wie es gelingen kann und welche Faktoren hierzu wichtig erscheinen, eine erfolgreiche Cranio-Praxis zu führen, die sich wirtschaftlich trägt.

Tobias und Katharina Bähner, www.cranio-stuttgart.de

Wichtig scheint zu sein, dass Cranio an erster Stelle bei Werbematerial, Homepage und Anzeigen steht.

Und damit die Menschen, die zu mir passen auch zu mir kommen, ist ein weiterer wichtiger Baustein das eigene Selbstverständnis und die Authentizität, mit der ich zeige was ich bin und was ich tue. Den Vortrag findest du im internen Mitgliederbereich.

Insgesamt waren die Inspirationen zahlreich, denn noch lange am Samstagabend hörte man intensive Diskussionen beim Dämmerschoppen aus dem Restaurant erklingen….und gleichzeitig konnten wir den wunderbaren Sternenhimmel bewundern.

Vor dem Frühstück am Sonntag genossen viele TeilnehmerInnen eine Morgenmedi mit Ramraj Löwe bevor sie ihre Zimmer räumten und zum finalen Vortrag erschienen. Andere waren spazieren gegangen oder hatten den frühen Morgen im Schwimmbad verbracht.

 

Verbindung heilt – unter diesem Motto führte uns Jacqueline Schneider in die Welt der Polyvagaltheorie nach Stephen Porges ein. Ihren Vortrag begann sie mit dem wunderbaren Text von Lienhard Valentin „Mit Kindern wachsen“, der den Sinn des Polyvagalen Systems auf den Punkt bringt, denn hierbei geht es um das soziale Miteinander (Social Engagement) und des Erkennens des Ichs im Du.

 

Durch ausführliche Erläuterungen, Erfahrungsberichte und Spürübungen konnte sie uns das komplexe System des vegetativen Nervensystems bzw. des Systems des ‚Sozialen Engagements‘ näherbringen.

Dieses kann auch durch spezifische Griffe gespürt werden, wie sie uns in einer Demo-Sitzung demonstriert, es kann sich damit neu regulieren und in der Verbindung kann Heilung geschehen. Die einzelnen Stränge und Fasern können sich neu ausrichten, entspannen, in ein anderes Gleichgewicht zueinanderkommen.

Jacqueline Schneider, www.jacquelineschneider.de

 

Nach einem gemeinsamen Mittagessen zeigten viele glückliche Gesichter und viele positive Rückmeldungen, dass eine interessante, gut organisierte Tagung allen gut gefallen hat und sie viel mit nach Hause nehmen konnten an Eindrücken, Erfahrungen, Erlebnissen und neuen Verbindungen.

Und einige berichten von einer neuen Verbundenheit im Verband – das hat uns sehr berührt.

Wir danken allen Vortragenden, allen TeilnehmerInnen und allen, die mit der Organisation betraut waren oder mitgeholfen haben für ihren besonderen Beitrag für das gute Gelingen dieser schönen Cranio-Tagung.

Euer CSVD-Team

Und übrigens….

… die nächste Cranio-Jahrestagung findet unter dem Motto

'Vom Sein zum Werden' im Tagungshaus Oberlethe

in der Zeit vom 11. bis zum 13.10.2019 statt.

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